3. Kolorieren: Vom Hintergrund zum Vordergrund (1)

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[1] Kolorieren der Stadt

Nachdem die Basisfarben hinzugefügt wurden, beginne ich mit dem Kolorieren des Hintergrunds. Als Erstes male ich die Stadt.


Bevor ich die Details einzeichne, werde ich ihre Silhouette überarbeiten.

Ich benutze den „Runden Pinsel“ mit 60% Deckkraft und definiere die Formen der Dächer und Wände etwas mehr, indem ich mit der [Pipette] die Basisfarben aufnehme.


Als Nächstes füge ich die Details hinzu. Die Bäume male ich mit dem „Flachen Pinsel“, aber für alles andere benutze ich den „Runden Pinsel“.

Da sich die Stadt in der Ferne befindet, lasse ich genauere Details, wie z. B. die Fensterrahmen, weg. Elemente wie Schornsteine oder Regenrinnen zeichne ich aber ein, damit das Bild nicht zu leer wirkt.


Da die Stadt eins der wichtigsten Bildelemente darstellt, füge ich mithilfe von Referenzfotos immer mehr Elemente hinzu, damit sie noch präsenter wirkt.

Weil sie in der Ferne liegt, achte ich auf die Luftperspektive und passe auf, dass die Schattenfarbe nicht zu dunkel wird.


Bei den Teilen, die vom Nebel verschluckt werden, male ich weniger Details und senke den Kontrast.

Anschließend füge ich darüber teilweise auch noch mehr Nebel hinzu.

Zwischendurch schaue ich mir immer wieder das gesamte Bild an, um zu überprüfen, ob einzelne Teile nicht zu auffällig geworden sind.


[2] Mittelgrund

Wenn ich mit der Stadt fertig bin, male ich als Nächstes die Wiese in der Mitte.


Falls es Sie beunruhigt, alles auf eine einzelne Ebene zu malen, könnten Sie jetzt eine neue Ebene erstellen und auf dieser weitermalen.

Ich werde aber auf derselben Ebene weitermalen.


Wie beim Kolorieren der Stadt, grenze ich zuerst die einzelnen Teile mit dem „Runden Pinsel“ voneinander ab.

Da es sich diesmal allerdings fast nur um Naturelemente handelt, male ich sie nicht zu deutlich, sondern füge die Farben nur ungefähr hinzu, sodass die Proportionen erkennbar sind.


Als realistisch wirkende Details füge ich vor dem Haus, das vom Licht angestrahlt wird, einen Bach hinzu und male rechts dahinter noch ein weiteres Gebäude im Dunkeln.

Dabei überprüfe ich immer wieder, ob die neu hinzugefügten Farben auch nicht zu stark auffallen.


Sobald alle Farben hinzugefügt wurden, male ich die Details. Die Naturelemente male ich mit dem „Flachen Pinsel“ und die von Menschenhand geschaffenen Objekte mit dem „Runden Pinsel“.


Die Bereiche der Wiese, die im Schatten liegen, male ich nicht zu detailliert, damit sie nicht zu sehr herausstechen.

Um die gewünschte Atmosphäre zu erzeugen, reicht es aus, nur ganz vereinzelt charakteristische Bäume und Bodenflächen hinzuzufügen.

Bei dem von der Sonne beleuchteten Haus füge ich Details wie Fenster und Schornsteine hinzu.


Hinweis:

Es handelt sich hier um eine typisch europäische weitflächige Wiese.

Im Gegensatz zu den auf Flüsse zulaufenden treppenartigen Flächen, die in japanischen Landschaften üblich sind, sind die Wiesen in Europa endlos und haben sanfte Steigungen.

Indem Sie solche großflächigen Wiesen zeichnen, können Sie Ihre Bilder von den typisch japanischen Landschaften abgrenzen.


[3] Kolorieren des Flusses

■ Wasseroberfläche


Als Nächstes koloriere ich den Vordergrund.

Ich stelle den „Harten Airbrush“ auf 40% Deckkraft und schichte mehrfach die Farben übereinander, wobei ich die [Pipette] benutze, um die Farbunebenheiten der Wasseroberfläche zu verblenden.


Dabei ist es kein Problem, wenn die Farbe über den gewünschten Bereich hinausgeht.

Im Gegenteil: Die Vermischung mit den umliegenden Farben kreiert einen einzigartigen Effekt.


Nachdem die Farben größtenteils verblendet sind, füge ich mit dem „Runden Pinsel“ die Reflexionen auf der Wasseroberfläche und das Flussbett hinzu.

In der Nähe der Brücke mache ich fast horizontale Pinselstriche und nehme mit der Pipette beliebige Farben vom Wasser auf.

Hier und da male ich mit Weiß einen Wasserspritzer. Weil das Wasser nicht mehr wie Wasser aussieht, wenn zu viele Details gezeichnet werden, male ich es nur so detailliert, dass die Reflexion von den Basisfarben der Brücke gerade so zu erkennen sind.



■ Steine des Flussbetts


Zuerst male ich nur grob die Schatten der Steine mit einer Schattenfarbe. Ich male die Steine unterschiedlich groß, damit es nicht zu monoton aussieht.


Als Nächstes füge ich den Feinschliff hinzu.


Ich erstelle eine Farbe, die etwas bräunlicher als die Farbe des Wassers ist, und male ​​mit etwa 30% Deckkraft einige Steine.

Für mehr Farbvielfalt erstelle auf dieselbe Weise eine weitere bräunliche Farbe.

Zum Schluss füge ich noch eine etwas dunklere Farbe über die Lücken zwischen den einzelnen Steinen hinzu.

Da sich die Steine im Wasser befinden, achte ich darauf, sie nicht zu detailliert zu malen und keinen starken Kontrast einzusetzen.



■ Wasseroberfläche bearbeiten


Nachdem die Steine im Flussbett hinzugefügt wurden, male ich die Wasseroberfläche etwas detaillierter.

An den seichteren Stellen füge ich weiße Wasserspritzer hinzu.


Dort, wo die Strömung etwas schwächer ist, benutze ich die Pipette und male in horizontaler Richtung, um die Bewegungen der Wasseroberfläche darzustellen.


Diese Wasserbewegungen male ich auch über die zuvor gemalten Steine.


[4] Kolorieren der Naturelemente

Bevor ich das Wasser fertig koloriere, male ich die natürlichen Elemente, die sich in der Nähe der Brücke befinden.


Zuerst füge ich mit dem „Harten Airbrush“ an den hinteren Baumkronen Nebel hinzu, um die räumliche Tiefe des Vorder- und Hintergrunds zu betonen.


Als Nächstes male ich die Bäume mit dem „Flachen Pinsel“ und 60% Deckkraft. Da ich später Nebel darüber malen werde, reicht es aus, wenn die Silhouette erkennbar ist.

Ich verwende als Farbe für die Blätter ein etwas kräftigeres Grün als für die Bäume, die sich auf dem schattigen Teil der Wiese befinden. (In der Luftperspektive erscheinen Dinge bläulicher, je weiter sie entfernt sind.)


Ich achte auch darauf, dass der Nebel dunkler wird, je näher er dem Boden ist.

Mit Nebel kann die Wirkung der Luftperspektive verstärkt und der Eindruck räumlicher Entfernung erweckt werden, vor allem bei Naturelementen. Durch den Nebel wird außerdem auch deutlicher gezeigt, welche Objekte miteinander zusammenhängen.


Nachdem die Silhouette der Bäume feststeht, füge ich mit dem „Flachen Pinsel“ und 60% bis 70% Deckkraft detaillierte Blätter hinzu.

Für die hellen Blätter und die Teile im Schatten benutze ich eine Farbe mit niedrigerer Sättigung statt einer Zwischenfarbe. Dadurch wirken die Farben natürlicher.


Anstatt gleichmäßig alles einzuzeichnen, ist es effizienter, nur ein paar einzelne abstehende Bäume und Äste zu malen.

Ich konzentriere mich dabei auf die oberen Bereiche, da in der Nähe des Bodens durch den Nebel alles verschwommen ist.


Auf die gleiche Weise zeichne ich nach und nach alle Elemente bis hin zum Vordergrund.


Ich überarbeite die Umrisse der Brücke und der umliegenden Bäume, und füge dann die Details zu den Bäumen hinzu.

Weil die Steinbrücke eines meiner Lieblingsmotive ist, habe ich beschlossen, sie erst ganz am Schluss zu zeichnen.


Bei den vorderen Bäumen beachte ich ebenfalls die Luftperspektive und setze daher einen etwas höheren Kontrast ein als bei den Bäumen im Hintergrund.


Zum Schluss zeichne ich noch grob das Flussufer, das sich hinter der Brücke befindet.


Das gesamte Bild sieht jetzt folgendermaßen aus.


Im nächsten Teil male ich die Brücke und das Flussufer davor.

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