Glückwunschkarten mit partiellem Lack leicht gemacht

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Hallo,
hier bin ich wieder mit einem neuen Drucktutorial.

Weihnachten/Feiertage sind Glitzerzeit. Nichts macht Feiertagskarten dekorativer als Glitzer, oder Gold- und Silberlack.

Oftmals scheitern jedoch Künstler daran, die Dateien für diese Druckart entsprechend für die Druckereien vorzubereiten, weswegen ich euch heute zeige, wie ihr in wenigen Schritten eure Datei entsprechend erstellen könnt.

Schritt 1

Je nachdem welche Größe eure Feiertagskarten haben soll, könnt ihr euer Motiv entsprechend passend anlegen.
Es ist nicht zwingend notwendig, das vorab zu tun, kann aber bei der Gestaltung des Motives helfen. Ich empfehle aber auf jeden Fall die Konturen auf Vektorebenen zu zeichnen, so könnt ihr jederzeit das Motiv nach belieben vergrößern, falls ihr es doch mal in einem anderen Format benötigen solltet.

In meinem Fall habe ich das Motiv von vornherein als A6 Postkarte angelegt:

Achtung: Druckereien benötigen immer einen Beschnittrand*, diesen solltet ihr keines falls vergessen und mit einkalkulieren.
In meinem Fall hat die Datei also mit Beschnitt 111x154 mm (3mm Beschnitt)

Wollt ihr euch den Beschnittrand anzeigen lassen, könnt ihr auf Ansicht -> Lineal gehen

Streicht ihr nu mit gedrückter, linker Maustaste über das Lineal, könnt ihr einen Hilfslinie kreiieren

Platziert die Hilfslinien an entsprechender Stelle.
In meinem Fall
3mm ,151mm
3mm , 108 mm
(einfach 3mm auf jeder Seite addieren bzw. abziehen)

Jetzt habt ihr den Beschnitt "sichtbar" gemacht.

Im nächsten Schritt könnt ihr eure Illustration erstellen.

Schritt 2

Speichert eure Illustration nun in einem Photoshop kompatiblen Format ab.
Es ist möglich die Datei als .psd abzuspeichern, ihr solltet aber vorher alle Ebenen auf eine komprimieren.

Für den weiteren Schritt benötigt ein zusätzliches Grafikprogramm, dass über "Kanäle" verfügt und Bilder als .pdf abspeichern kann.
Ich selbst nutze Photoshop CS6, es sind aber auch ältere Versionen dafür geeignet, oder ähnliche Programme.

Entweder könnt ihr eure .psd Datei jetzt mit diesem Programm öffnen, oder ihr legt eine neue Datei mit entsprechenden Maßen an.
WICHTIG:
Öffnet ihr eure .psd Datei, solltet ihr den Bildmodus auf CMYK* umstellen (Bild -> Modus -> CMYK).

Legt ihr eine neue Datei an, muss diese als CMYK Datei angelegt werden.

Habt ihr eine neue Datei angelegt, könnt ihr das Bild vom Desktop einfach in das Programm "reinziehen".
Ihr habt dann die Möglichkeit es nach belieben zu vergrößern, oder zu verkleinern.
Dies könnt ihr manuell tun in dem ihr die "schwarzen Ecken" bewegt, oder über das Steuerungsfeld.
TIPP: Haltet ihr Shift gedrückt, während ihr die Ecken bewegt, wird das Seitenverhältnis bewahrt

Im nächsten Schritt könnt ihr euren Text erstellen und mittig ausrichten.
Neue Versionen von Photoshop zeigen euch automatisch an, ob der Text mittig ist.
bei älteren Versionen könnt ihr einfach eine Hilfslinie ziehen.

Geht ihr nun auf die Textebene (nur die Ebene anklicken, nicht den Text) und geht auf Bearbeiten -> Transformieren (oder command+T) erscheint ein Kasten um euren text und ihr könnt ihn so mittig platzieren.
Gleiches eignet sich auch um die Illustration mittig auszurichten.

Schritt 3

Seid ihr mit dem Design zufrieden könnt ihr endlich den Lack erstellen.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder ihr packt alles, was vom Lack bedeckt sein soll auf eine Ebene, oder ihr blendet die Ebenen, die nicht vom Lack erfasst werden sollen aus.


Habt ihr alls auf einer Ebene, nehmt den Zauberstab und entfernt das Häckchen bei "alle Ebenen aufnehmen".
Habt ihr es auf unterschiedlichen ebenen, aktiviert das Häckchen bei "alle Ebenen aufnehmen" und blendet die Ebenen aus, die nicht erfasst werden sollen.

Klickt auf eine "leere" Stelle im Bild, dann sollte alles ausgewählt werden, was ihr gerne von Lack bedeckt hättet.
geht dann auf Auswahl -> Umkehren

Geht im nächsten Schritt nur auf "Kanäle". Rechts davon findet ihr ein kleines Symbol. Drückt darauf und erhaltet verschiedene Optionen.

(Falls ihr "Kanäle" nicht findet, geht auf Fenster -> Kanäle um diesen anzeigen zu lassen).

Wählt nun "Neuer Volltonfarbkanal"

Nun erscheint ein Pop-Up und ihr könnt den Kanal bennen.
Achtung: Jeder Druckerei hat dazu etwas andere vorgaben. Bitte schaut bei den Druckvorgaben eurer Druckerei nach, wie diese Sonderfarbe zu benennen ist und wie diese Farbe zu definieren ist.
In meinem Fall heißt der Volltonfarbkanal "Glitzer" und ist als 100% Magenta (C:0 M100, Y:0, K:0) zu definieren
Die Farbe könnt ihr einstellen indem ihr auf das Farbkästchen klick, es erscheint ein weiteres Pop-Up in dem ihr die Farbe definieren könnt.

Drückt "Ok". Nun solltet ihr einen neuen Kanal haben und alles was ihr von Lack bedeckt haben wollt, nun in einer anderen Farbe erscheinen.

Keine Sorge: Die Farbe zeigt der Druckerei lediglich an, wo ihr euren partiellen Lack haben wollt. Sie ist auf dem Endprodukt nicht zu sehen, deswegen legt man sie als eigenen Kanal an.

Speichert nun eure Postkarte als .pdf und achtet darauf, dass Volltonfarben aktiviert sind.

Schritt 4 (optional)

Falls ihr noch eine Rückseite für eure Postkarten erstellen möchtet, findet ihr zahlreiche Druckvorlagen im Internet dafür (meist sogar von den Druckerein selbst), die man einfach bearbeiten kann.

Beachtet: Möchtet ihr einen Text auf die Rückseite der Karte drucken, sollte dieser unbedingt 3 mm vom Rand des fertigen Produktformats entfernt sein .
Ihr könnt dazu wieder einfach Hilfslinien ziehen.
Der blaue Rand zeigt euch den Sicherheitsabstand für den Text und der rote den Beschnitt, der beim fertigen Druckprodukt nicht mehr zu sehen sein wird.

Schritt 5

Herzlichen Glückwunsch! Ihr könnt eure Karte nun zur Druckerei schicken.

Ich hoffe, dass Tutorial hat euch geholfen. Bitte beachtet, dass die Druckeinstellung von Druckerei zu Druckerei variieren können und überprüft sorgfältig die Vorgaben.

*Beschnitt

Der Beschnitt ist ein Sicherheitsrand, der garantiert, dass keine weißen Ränder, auch "Blitzer" genannt, entstehen.

Denn anders, als ihr vielleicht vermuten werdet, werden eure Druckdateien nicht auf einem Blattpapier entsprechender Größe gedruckt, sondern mit anderen Seiten zusammen auf große Papierbögen.
Nach dem Druck werden diese mittels eines Lasers auf die passende Größe zugeschnitten. Da dieser nicht 100% genau arbeitet, hat er eine Fehlertoleranz, was dem "Beschnitt", oder auch "Bleed" entspricht.
Es empfiehlt sich also nicht einfach einen weißen Rand um die Seite zu ziehen, da dieser im Druck sichtbar wird, wenn der Laser nicht genau gearbeitet hat.

*CMYK

Der CMYK Modus steht für Cyan, Magenta, Yellow und Black (das K kommt wahrscheinlich von Key-Plate).

Jeder Drucker hat vier Kartuschen mit diesen Farben und erstellt durch Mischen aus diesen eure Druckdatei. Man kann also von einem Vierfarbdruck sprechen.

Während der RGB Modus eures Bildschirms eine Vielzahl von Farben abbilden kann, kann der CMYK Modus deutlich weniger Farben darstellen. Das liegt eben daran, dass diese aus den vier Grundfarben gemischt werden müssen.
Deswegen solltet ihr eure Dateien immer im CMYK Modus an die Druckerei schicken.
Selbstverständlich könnt ihr sie auch in RGB Modus an diese schicken, nur werden sie dann vor Druck automatisch konvertiert und das Ergebnis kann eventuell anders als gewünscht aussehen.
Konvertiert ihr die Daten selbst, könnt ihr sicherstellen, dass die Farben auch so aussehen wie gewünscht und diese gegebenenfalls noch etwas anpassen.
Besonders bei hellen Farbtönen können die Unterschiede auffällig sein, wie in diesem Beispiel (links RGB, rechts CMYK).

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