8 Tipps zur Verwendung von Schriften

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Willkommen zu meinem neusten Tutorial.
Die Verwendung von Schriften kann für unerfahrene Künstler eine ganze Menge von Fallen mit sich bringen.
Heute möchte ich euch 8 Tipps zu Verwendung von Schriften geben.

Viele der Tipps beziehen sich auf Fehler, die ich zu Beginn auch selbst gemacht habe ;)

#1 Verwende niemals Comic Sans

Ein typischer Anfängerfehler bei der Verwendugen von Schriften, ist die Nutzung von Comic Sans.
Auch ich habe diesen Fehler gemacht und für meinen ersten Manga diese Schriftart gewählt. Comic Sans ist bei den meisten Computern vorinstalliert und da sie sehr comicartig aussieht und auch "Comic" heißt, wird sie gerne von Anfängern genutzt.

Comic Sans gilt jedoch als sehr schlechte Schrift, da sie vielen Standards bzw. Grundregeln der Typografie widerspricht. Wer Comic Sans nutzt, zeigt dass er wenig Ahnung von Grafikdesign hatte und die Nutzung wirkt sehr unprofessionell.
Deswegen solltet ihr lieber davon absehen diese Schrift zu nutzen.

Wer Comic Sans trotz seiner Designfehler mag, sollte besser zu "Comic neue" greifen, einer verbesserten Version dieser Schriftart.

#2 Erweitere dein Portfolio

Je nach Betriebssystem sind nur wenige Schriften vorinstalliert.
Auf Seiten wie dafont.com findest du tausende von Schriftarten, die du kostenfrei nutzen kannst. Diese kannst du sogar nach Anlass und Stil filtern.

Beachte aber die Lizenzbedingungen. Nicht jede Schriftart darf kommerziell genutzt werden.

#3 Lesbarkeit von Schriften

In der Typographie unterscheidet man unter anderem Schriften mit und ohne Serifen.
Zur einfachen Unterscheidung: Serifen sind Schriften mit einer optischen Führung.
Dies macht sie besonders gut lesbar und vor allem beliebt im Printbereich. Sie können mit einem geringen Zeilenabstand gesetzt werden und sind dennoch gut lesbar.
Dies gilt jedoch vor allem für den Printbereich: Im Webbereich können Serifenschriften zu Problemen führen, wenn sie aufgrund der geringeren Auflösung und des eckigen Monitorrasters nicht optimal dargestellt werden.
Deswegen verwenden viele Webseiten gerne serifenlose Schriften.

Für das Lettering von Comics kann auch eine Entscheidung zwischen einer reinen Großschrift (High Capture), oder einer Schrift mit Groß- und Kleinschreibung relevant werden.
High Capture Fonts bieten den Vorteil, dass man keine Fehler bezüglich Groß- und Kleinschreibung machen kann, was z.B. in der deutschen Sprache eine große Fehlerquelle ist, bieten aber keinen so schönen Lesefluss.
Bei sehr textlastigen Sprechblasen lässt sich eine Schrift mit Groß- und Kleinschreibung besser lesen. Für weniger textlastige Sprechblasen, kann eine High Capture Schrift angenehmer sein.

#4 Verwalte deine Schriften

Clip Studio Paint bietet einem die Möglichkeit, seine Schriften zu ordnen und zu verwalten. Das kann besonders hilfreich sein, wenn man immer wieder die gleichen Schriften verwendet.

Klickt auf das Zahnrad neben "Alles Schriftarten"

Jetzt öffnet sich ein Fenster. Wenn ihr auf das Feld links unten mit dem uchstaben A klickt, könnt ihr eine neue Schriftenliste anlegen

Nun klick die neue Liste an und wählt die Schriften aus, die diese Liste enthalten soll.
Wenn eine Schrift ausgewählt ist, erscheint ein Häkchen.
Klickt anschließend auf "OK".

Wenn ihr jetzt auf "Alle Schriftarten" klickt, erscheinen eure Listen. Nun wählt entsprechende aus.
Nun seht ihr nur noch die Schriftarten, die in eurer Liste enthalten sind.
Die Listen können beliebig erweitert und verändert werden. Scheut euch also nicht sie zu benutzen.

#5 Verändere den (Zeilen-)Abstand

Viele Künstler wissen zu Anfang nicht, dass Sie nicht nur den Abstand zwischen den Zeilen, sondern auch der einzelnen Buchstaben zueinander verändern können.
Gerade beim designen von Merchandise, und Covern kann diese Funktion sehr wichtig sein.

Klicke dazu auf den Schraubenschlüssel.

Markiere den zu verändernden Textteil und verändere die Abstände nach belieben.

Mit ein bisschen Spielerei lassen sich so einfach Logos und Schriftdesigns kreieren.

#6 Beachte den Beschnitt*

Ein häufiger Fehler ist, dass Textelemente oft zu nah an den Rand gesetzt werden.
Das mag online nicht so schlimm sein, kann aber dazu führen, dass im Druck Textelemente abgeschnitten werden, oder in der Buchbindung verschwinden.
Hier seht ihr ein paar Beispiele dafür.

Um das zu vermeiden, solltet ihr immer genug Abstand lassen.
Clip Studio hält für euch für Comics tolle Vorlagen mit Guidelines parat.
Näheres dazu findet ihr in diesem Tutorial:

https://tips.clip-studio.com/de-de/articles/2126

Bei Illustrationen solltet ihr mindestens 3 mm Abstand zum Rand halten. Guidelines können dafür sehr hilfreich sein.
Der blaue Rand zeigt euch den Sicherheitsabstand für den Text und der rote den Beschnitt, der beim fertigen Druckprodukt nicht mehr zu sehen sein wird.

#7 Verwende Guidelines

Guidelines können nicht im punkto Beschnitt sehr hilfreich sein. Möchtest du z.B. bei einem Cover das Titel-Logo mittig platzieren, kannst dazu Hilfslinien verwenden.

Klickst du auf den Text bzw. transformierst du Logoebene, erscheint ein Kästchen um dieses Element mit einem Kreuz in der Mitte.
Das ist eine große Hilfe, um den Text perfekt zu platzieren.

#8 Probiere Ebeneneffekte und -eigenschaften aus.

Für Logos und co. bieten sich vor alllem Randeffekte an. Genau wie bei normalen Ebenen, kannst du auch bei Textebenen Ränder und Ebeneneffekte einstellen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen einfachen Tipps helfen.

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